WEG-Verwaltung hat wenig mit klassischer Mietverwaltung gemeinsam. Wirtschaftsplan, Hausgeldabrechnung, Beschlusssammlung und Eigentümerversammlung müssen rechtssicher abgebildet sein, und das beherrscht längst nicht jede Software. Welche der bewerteten Lösungen WEG-Funktionen mitbringt und wo die Grenzen liegen, erfährst du hier. Den vollständigen Anbieter-Überblick findest du im Hausverwaltungssoftware-Vergleich.
Wer dagegen nur vermietete Wohnungen verwaltet, kommt mit einer schlankeren Lösung besser weg. Den passenden Überblick liefert der Mietverwaltungssoftware-Vergleich.
Auf einen Blick
- Einzige Lösung mit WEG-Funktionen im Vergleich: das WEG-Add-on von vermieter1.de
- Geeignet für: kleine Gemeinschaften, die sich selbst verwalten
- Nicht abgedeckt: gewerbliche WEG-Verwaltung mit Mandantenfähigkeit und Sondereigentum
Was WEG-Software leisten muss
Eine echte WEG-Software bildet den kompletten Jahreszyklus einer Eigentümergemeinschaft ab. Achte besonders auf diese Bausteine:
- Wirtschaftsplan: Plant Einnahmen, Ausgaben und die Hausgeld-Vorschüsse der Eigentümer für das kommende Jahr.
- Hausgeld- und Jahresabrechnung: Verteilt die tatsächlichen Kosten am Jahresende, idealerweise BGH-konform aufgebaut.
- Beschlusssammlung: Die gesetzlich vorgeschriebene Dokumentation aller Beschlüsse, jederzeit nachvollziehbar.
- Eigentümerversammlung: Von der Einladung über die Tagesordnung bis zur Beschlussfassung, zunehmend auch online.
- Erhaltungsrücklage: Sauber getrennt geführt und transparent für alle Eigentümer einsehbar.
Erst wenn diese Punkte stimmen, lohnt der Blick auf Komfort-Funktionen wie ein Eigentümerportal oder eine Bankanbindung.
Welche WEG-Software erfüllt das für eure Gemeinschaft?
Einheiten, Verwaltungsart, Eigentümerportal: aus euren Antworten werden drei passende Anbieter statt einer langen Liste.
Zum Software-FinderSechs Fragen, etwa eine Minute. Ohne Anmeldung, das Ergebnis steht direkt auf der Seite.
WEG-Funktionen der bewerteten Anbieter
| Anbieter | Wirtschaftsplan | Hausgeldabrechnung | Fazit |
|---|---|---|---|
| vermieter1.de (66/100) | Ja | Ja | Einzige WEG-Option im Vergleich |
| hellohousing (74/100) | Nein | Nein | Reine Mietverwaltung |
| objego (75/100) | Nein | Nein | Reine Mietverwaltung |
| immocloud (73/100) | Nein | Nein | Reine Mietverwaltung |
| Immodio (67/100) | Nein | Nein | Reine Mietverwaltung |
vermieter1.de: das WEG-Add-on für Selbstverwalter
Private Eigentümergemeinschaften, die sich selbst verwalten, bekommen bei vermieter1.de Wirtschaftsplan und Hausgeldabrechnung als Add-on zum regulären Tarif ab 6,59 Euro im Monat. Kein überladenes Profi-Paket, nur das Wesentliche. Für eine überschaubare Gemeinschaft ohne bestellten Verwalter reicht das gut, und der Preis liegt weit unter dem, was eine professionelle Verwaltersoftware pro Einheit kostet.
Warum die übrigen Anbieter ausscheiden
hellohousing, objego, immocloud und Immodio sind auf die Mietverwaltung zugeschnitten. Nebenkosten abrechnen, Mieten überwachen, Dokumente verwalten, das können alle vier. Wirtschaftsplan, Hausgeldabrechnung und Beschlusssammlung fehlen dagegen bei jedem von ihnen. Für eine WEG sind sie damit keine Option, auch nicht als Behelfslösung, denn genau die formalen Bausteine fehlen, an denen eine Abrechnung später angefochten wird.
Worauf du bei der Auswahl achten solltest
- Größe der Gemeinschaft: Bei wenigen Einheiten reicht ein Add-on, ab größeren Beständen führt kein Weg an spezialisierter Verwaltersoftware vorbei.
- BGH-konforme Abrechnung: Achte darauf, dass Hausgeld- und Jahresabrechnung den aktuellen Anforderungen entsprechen.
- Online-Versammlung: Seit der WEG-Reform sind hybride und reine Online-Versammlungen möglich, eine passende Funktion spart Aufwand.
- Datenschutz: Serverstandort in Deutschland oder der EU und ein Auftragsverarbeitungsvertrag sind Pflicht.
WEG selbst verwalten oder Verwalter beauftragen?
Kleine Gemeinschaften verwalten sich zunehmend selbst und sparen die Verwaltergebühr, die häufig mehrere Hundert Euro pro Einheit und Jahr ausmacht. Ob sich das für dich lohnt und worauf du achten musst, liest du im Ratgeber WEG selbst verwalten. Eine gute Software nimmt dir dabei den größten Teil der Formalitäten ab.
Was kostet WEG-Software?
Für selbst verwaltete Gemeinschaften bleibt es überschaubar: Das Add-on von vermieter1.de setzt auf einem Tarif ab 6,59 Euro im Monat auf. Professionelle Verwaltersoftware wird dagegen nach Einheiten und gebuchten Modulen berechnet und rechnet sich erst ab mittlerem Bestand. Wie sich die Preismodelle unterscheiden, erklärt die Seite Hausverwaltung Kosten.
WEG-Reform 2020: was sie für die Verwaltung bedeutet
Mit der Reform des Wohnungseigentumsgesetzes Ende 2020 hat sich einiges geändert, das auch die Software betrifft. Beschlüsse sind seither leichter zu fassen, und der Verwalter hat erweiterte Befugnisse bekommen. Vor allem aber dürfen Eigentümerversammlungen jetzt ausdrücklich online oder hybrid stattfinden, und genau da zahlt sich eine Software mit digitalen Einladungen, Online-Abstimmungen und einer revisionssicheren Beschlusssammlung aus.
Auch die Pflicht zur ordnungsgemäßen Verwaltung ist klarer gefasst. Eine nachvollziehbare Hausgeld- und Jahresabrechnung ist damit längst kein Komfort mehr, sie schützt handfest vor Anfechtungen. Genau hier spart eine spezialisierte WEG-Software viel Aufwand, weil die formalen Anforderungen bereits eingebaut sind.
Typische Aufgaben im WEG-Jahr
Der Jahreszyklus einer Gemeinschaft folgt einem festen Muster, und eine gute Software deckt jeden dieser Schritte ab. Zu Jahresbeginn steht der Wirtschaftsplan, der die erwarteten Einnahmen und Ausgaben sowie die Hausgeld-Vorschüsse festlegt. Über das Jahr hinweg kommen dann die laufenden Kosten dazu: Zahlungen ordnest du zu, die Erhaltungsrücklage pflegst du nebenbei mit.
Nach Jahresende folgt die Jahresabrechnung, die die tatsächlichen Kosten auf die Eigentümer verteilt, und schließlich die Eigentümerversammlung mit Einladung, Tagesordnung und Beschlussfassung. Jeder Beschluss wandert in die Beschlusssammlung. Wer das ohne passende Software macht, jongliert schnell mit mehreren Tabellen und Ordnern, und genau dort schleichen sich Formfehler ein.
Häufige Fragen
Darf eine WEG sich selbst verwalten?
Ja. Eine Eigentümergemeinschaft kann einen Eigentümer zum Verwalter bestellen oder die Aufgaben aufteilen. Bei kleinen Gemeinschaften ist das verbreitet. Eine WEG-Software hält dabei die Formalitäten zusammen und schützt vor Formfehlern.
Brauche ich für die WEG zwingend eine spezielle Software?
Pflicht ist sie nicht, aber Wirtschaftsplan, Hausgeldabrechnung und Beschlusssammlung sind ohne passendes Tool fehleranfällig. Eine WEG-Software reduziert das Risiko deutlich.
Kann ich eine WEG mit normaler Vermieter-Software verwalten?
Nein. Reine Mietverwaltungs-Programme kennen weder Wirtschaftsplan noch Hausgeldabrechnung noch Beschlusssammlung. Belege sammeln geht damit zur Not noch, die formalen Pflichten einer Gemeinschaft erfüllst du so aber nicht.
Was unterscheidet WEG- von Mietverwaltung?
Mietverwaltung dreht sich um Mieteinnahmen und das Verhältnis zu Mietern. WEG-Verwaltung betrifft das Gemeinschaftseigentum: Hausgeld, Rücklagen, Beschlüsse, Versammlungen. Die Software muss jeweils andere Prozesse abbilden.
Die richtige Software finden
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